Neuntöter

Strukturmaßnahmen des NABU zur Wiederansiedlung von Neuntötern

Foto: NABU/W. Jost

Ein Neuntöter auf der Fläche "Sandkaute" in Oberjosbach

 

Der Neuntöter ist ein Charaktervogel der mit Hecken und Obstbäumen strukturierten Kulturlandschaft.  Vor etwa 15 Jahren gab es noch 3 bis 4 Brutpaare jährlich in Oberjosbach.

 

Heute gibt es noch ein Brutpaar im Bereich der Obstwiesen vom Pfingstweider Weg. In der Sandkaute sind sie in den letzten Jahren verschwunden. Vor einigen Jahren konnte der Neuntöter noch dort beobachtet werden, wie das in der Sandkaute auf einem Obstbaum aufgenommene Bild beweist.

 

Es liegt die Vermutung nahe, dass das Verschwinden im Zusammenhang mit der erheblichen Intensivierung der Landwirtschaft im Bereich Hartemußweg, Sandkaute und Schäfersberg zusammenhängt. Hecken und Bäume wurden ein Opfer der Landwirtschaft, Grünland wurde auch unter Verwendung von Glyphosat in Ackerland umgebrochen.

 

Der NABU Niedernhausen versucht seit 2018 durch geeignete Maßnahmen eine Wiederansiedlung vom Neuntöter zu erreichen. Es gilt das Brutbiotop und die Nahrungsgrundlage zu verbessern.

 

Im Bereich der Obstwiesen, welche die Gemeinde dem NABU mit Pachtvertrag zur Pflege überlassen hat, wurden mehrere Maßnahmen durchgeführt. 2018 und 2019 wurde jeweils eine Blühfläche angelegt. Zeitgleich wurden ein Insektenhotel, Totholzhaufen und ein Überwinterungsquartier für Echsen und Schlangen erstellt. Ringelnattern, Blindschleichen und Waldeidechsen konnten hier bereits nachgewiesen werden.

 

Die Wiesen werden im Wechsel gemäht, sodass immer noch Bereiche stehen bleiben, auch über den Winter, um den Nachkommen von Insekten eine Chance zu lassen. Inzwischen gibt es zahlreiche Heuhüpfer, die nicht nur dem Neuntöter, sondern auch dank der verbliebenen beweideten Grünlandflächen von dort heimischen Steinkäuzen als Nahrungsquelle dienen. Wichtig ist, dass das ganze Jahr über niedrige Vegetation vorhanden ist, damit diese Vögel auch an die Insekten und auch Echsen in den Wiesen herankommen.

 

In diesem Herbst wurden 6 Heckenrosen und 2 Weißdörner von Mitgliedern des NABU gepflanzt. (Hecken)

 

Diese dornigen Hecken benötigt der Neuntöter als sicheren Brutplatz, aber auch um überzählige Nahrung aufzuspießen, was dem Neuntöter seinen Namen einbrachte. Er wird aber auch als Rotrückenwürger bezeichnet. Würger, weil unverdauliche Teile der Nahrung, wie zum Beispiel Chitin ausgewürgt werden.

 

Zusätzlich wurden 2 Kornelkirschen gepflanzt, die als Frühblüher den Wildbienen im blütenarmen Frühjahr als Nektarquelle dienen. Die Früchte stehen dann im Spätsommer Vögeln und Kleinsäugern zur Verfügung.

 

Der NABU Niedernhausen hofft, dass mit diesen Biotopverbesserungsmaßnahmen der Neuntöter in sein ehemaliges Brutgebiet zurückfindet.

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