Willkommen beim NABU Niedernhausen

Für Mensch und Natur

Der Naturschutzbund Deutschland e.V. - NABU - möchte Menschen dafür begeistern, sich durch gemeinschaftliches Handeln für die Natur einzusetzen. Wir wollen, dass auch kommende Generationen eine Erde vorfinden, die lebenswert ist, die über eine große Vielfalt an Lebensräumen und Arten sowie über gute Luft, sauberes Wasser, gesunde Böden und ein Höchstmaß an endlichen Ressourcen verfügt.

 

Auf diesen Seiten möchten wir Ihnen die Arbeit der NABU-Gruppe Niedernhausen vorstellen.

Aktuelles

14.03.2021

 

Krötenzaun Oberseelbach

 

Fotos: Bild 1, 2, 3: www.niedernhausen-info.de/ Jochen Haupt

         Bild 4, 5, 6 NABU/ A.Hornig

Vielerorts werden Krötenwanderungen durch einen Krötenzaun geschützt, der von freiwilligen Helfern täglich kontrolliert wird. Die Tiere werden gezählt, das Geschlecht bestimmt und in Eimern über die Straße getragen.

 

Von dort treten sie den restlichen Weg zum Laichgewässer an. So erfreulicherweise auch wieder in diesem Jahr am Oberseelbacher Kreisel. Hier hatte man das Stellen des Zauns für zwei Jahre ausgesetzt, da sich die Anzahl der Tiere leider jedes Jahr verringert hatte.

 

Da der überwiegende Teil der Population an nur wenigen Tagen wandert, hatten Freiwillige die letzten zwei Jahre trotzdem ein Sammeln ohne Zaun versucht. Alexandra Hornig, Schriftführerin der NABU-Gruppe Niedernhausen, freut sich über das Reaktivieren des Zauns. Dieses Mal gilt es verstärkt zu beobachten, zu welchen Laichgewässern die Kröten wandern, um ggf. in Zukunft das Aussetzen der Tiere effektiver zu halten.

 

Aufgrund der niedrigen Temperaturen konnten beim Fototermin mit Jochen Haupt leider keine Krötenfotos gemacht werden. Den Kröten war es leider zu kalt.

 

Für die tägliche Kontrolle des Zauns, bei dem die Coronaregeln eingehalten werden, haben sich sehr zur Freude der Kröten und des NABU viele ehrenamtliche Helfer bereit erklärt, es gibt auch eine Warteliste. Vielen Dank dafür!“.

 

25.02.2021

 

Die Oberseelbacher Erdkröten

 

Foto: NABU/ A.Hornig

 

Sobald die nächtlichen Temperaturen die 5 °C Marke überschreiten, beginnen im März/April die Amphibien zu wandern. Am Oberseelbacher Kreisel, an dem die NABU-Gruppe Niedernhausen seit vielen Jahren den Krötenzaun betreibt, sind dies hauptsächlich Erdkröten, wissenschaftlich auch Bufo bufo genannt.

 

 

Die Erdkröte ist deutschlandweit die weitverbreitetste Amphibienart und kommt hier beinahe flächendeckend vor. Erdkröten erkennt man an Ihrer bräunlichen Färbung, unzähligen Warzen auf der Oberseite und den kupfer- bis goldfarbigen Augen mit einer längsovalen Pupille. Die deutlich größeren Weibchen können bis zu 12 cm lang werden, während die kleineren Männchen maximal 9 cm lang werden. Diese haben dafür deutlich muskulösere Vorderbeine, mit denen sie sich bei der Wanderung zu den Laichgewässern an das Weibchen klammern und sich den meisten Weg dorthin tragen zu lassen. Auch sind sie in der Lage Rufe abzugeben. Die Weibchen hingegen sind stumm.

 

 

Das Krötenjahr beginnt im Winter. Hier wird man keine Kröten zu Gesicht bekommen, denn die wechselwarmen Tiere passen ihre Körpertemperatur an die Umgebungstemperatur an und verbringen die kalte Jahreszeit in Winterstarre in ihrem Winterquartier, z.B. einem selbstgegrabenen Erdloch oder unter einem Laubhaufen in Wäldern, Gehölzinseln oder Hecken. Sobald die Nächte wärmer und kürzer werden, ist der richtige Zeitpunkt für die mehrere hundert Meter lange Frühjahrswanderung zu ihrem Geburtsort, den Laichgewässern, gekommen. Dort angekommen, beginnen die Tiere mit der Eiablage. Die schwarzen Eier sind in charakteristischen Schnüren angeordnet, die von den Kröten an im Wasser liegenden Ästen oder Wasserpflanzen befestigt werden. Nach spätestens 14 Tagen verlassen die Weibchen das Gewässer in Richtung Sommerquartier. Die meisten Männchen wandern ab, wenn sich kein Weibchen mehr am Laichplatz aufhält. Nach bereits ein bis zwei Wochen schlüpfen die ersten Kaulquappen, die sich Mitte Mai bis Ende Juli zu höchstens 1,3 cm kleinen Erdkröten entwickeln haben. Sie verlassen alle gemeinsam ihr Geburtsgewässer. Dies tun sich in solch großen Mengen, dass man auch von „Krötenregen“ spricht. Die Jungtiere folgen ihren Eltern in die Sommerquartiere, ihrem „eigentlichen“ Lebensraum, der durchaus 3.000 m entfernt liegen kann. Auch dieser ist überwiegend Gehölzreich. Die dämmerungs- und nachtaktiven Tiere ernähren sich auf ihrer nächtlichen Jagd von Spinnen, Asseln, Regenwürmern sowie Nacktschnecken. Ab September werden die Kröten erneut vom Wandertrieb erfasst und sie machen sich auf den Weg zu Ihrem Winterquartier. Das Krötenjahr beginnt von vorne.

 

 

Kröten können im Freiland bis zu 15 Jahre alt werden. Sie sind in ihrem Leben jedoch unzähligen Gefahren ausgesetzt, so dass nur ein Bruchteil der Tiere dieses Alter erreicht. Die größte Gefährdung für Erdkrötenpopulationen geht vor allem von menschlichen Aktivitäten aus. Intensive landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Nutzung, Beeinträchtigungen und Zerstörung der Laichgewässer sowie das Straßennetz führen zu hohen Verlusten. Untersuchungen haben ergeben, dass auf einer vielbefahrenen Straße mit minütlich einem Auto, 90 % der Tiere die Überquerung nicht schaffen. Leider tragen dazu auch einige Verhaltensweisen der Kröten bei. Da Straßen für die Kröten übersichtliche und hindernisarme Wanderwege sind, werden sie durch die Tiere gerne genutzt. Sie betrachten sie als Aussichtspunkte, um paarungsbereite Weibchen zu finden. Bei herannahenden Fahrzeugen verharren sie, geblendet vom Scheinwerferlicht, in einer Schreckstellung.

 

Was können Autofahrer tun, um die Tiere zu schützen? Slalomfahren um die Kröten herum bringt recht wenig. Bereits bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h haben die Tiere kaum eine Überlebenschance, da sie auch sterben, wenn sie nicht unter die Räder kommen. Die Druckdifferenz, die von einem Auto verursacht wird, lässt die Organe der Tiere platzen. Die Kröten sehen äußerlich intakt aus. Nur an der herausgestreckten Zunge erkennt man den Tod der Tiere. Bei einer Geschwindigkeit von 30 km/h ist die Überlebenswahrscheinlichkeit wesentlich höher!

 

 

Vielerorts werden die Wanderungen durch einen Krötenzaun geschützt, der von freiwilligen Helfern täglich kontrolliert werden. Die Tiere werden gezählt, das Geschlecht bestimmt und in Eimern über die Straße getragen. Von dort treten sie den restlichen Weg zum Laichgewässer an. So erfreulicherweise auch wieder in diesem Jahr am Oberseelbacher Kreisel. Hier hatte man das Stellen des Zauns für zwei Jahre ausgesetzt, da sich die Anzahl der Tiere leider jedes Jahr verringert hatte. Da der überwiegende Teil der Population an nur wenigen Tagen wandert, hatten Freiwillige die letzten zwei Jahre trotzdem ein Sammeln ohne Zaun versucht. Dies stellte sich jedoch als schwierig heraus. Kröten sind durch ihre bräunliche Färbung perfekt an die Umwelt angepasst und schwer zu entdecken. Alexandra Hornig, Schriftführerin der NABU-Gruppe Niedernhausen, freut sich über das Reaktivieren des Zauns. „Wir erwarten in diesem Jahr etwa 100 Tiere. Für die tägliche Kontrolle des Zauns, bei dem die Coronaregeln eingehalten werden, haben sich bereits 15 ehrenamtliche Helfer bereit erklärt. Vielen Dank dafür!“.

 

05.02.2021

 

Der igelfreundliche Garten - Tipps für die Hilfe einer bedrohten Tierart

 

Foto: NABU/Bertus Schwarzentraub

 

 

Fast jeder mag die stacheligen Gesellen, die als Untermieter versteckt in unseren Gärten leben. Sie gehören zur zoologischen Ordnung der Insektenfresser und die vielen Arten der Welt sind in einer eigenen Familie der Igel zusammengefasst. Die Nahrung besteht aus Raupen, Käfer, Käferlarven und Regenwürmer, auf dem Speiseplan stehen aber auch Früchte, Samen und Schnecken.

 

In Deutschland lebt der Braunbrustigel (Erinaceus europaeus), der ein Gewicht von fast 1,5 Kilogramm erreichen kann. Das auffälligste Merkmal sind natürlich seine Stacheln. Ein ausgewachsenes Tier kann bis zu 8.000 Stacheln haben, die nach mehreren Monaten einzeln ausfallen und wieder nachwachsen. Die Stacheln dienen der Feindabwehr und wer schon mal einen Hund oder eine Katze gesehen hat, die versucht einen Igel zu fassen, weiß über deren Wirksamkeit. Igel haben ein vielfältiges Repertoire an Lauten: Fauchen, Knurren, Grunzen und Schnaufen bis hin zu einem Keckern oder Schreie.

 

Noch vor wenigen Jahren zählte der Igel zu den nicht bestandsbedrohten Tieren. Die vielen Tiere die durch den Straßenverkehr zu Tode kamen, konnte die Populationen noch ausgleichen. In den letzten Jahren sind aber spürbare Bestandsrückgänge zu verzeichnen. Dies hat viele Gründe, wie zum Beispiel der Flächenfraß durch Baugebiete, artenarme Schotterflächen in unseren Gärten und trockene Sommer, machen es den Tieren immer schwerer im urbanen Raum zu überleben. Inzwischen steht er auf der Liste der bedrohten Tierarten – auch in Hessen.

 

Um unseren Igeln zu helfen, reichen oft Kleinigkeiten. Hier einige Punkte die sich leicht umsetzen lassen:

 

  • Unordnung im Garten zulassen. Tote Äste sollten liegen bleiben liegen, verblühte Stauden werden erst im Frühjahr zurückgeschnitten. Ein Reisig- oder Laubhaufen kann ein hervorragendes Winterquartier werden.
  • Den Garten zum Nachbar durchlässig lassen. Zu dichte Zaunanlagen versperren den Tieren den Weg bei der Futtersuche.
  • Anpflanzung einer dichten Hecke mit einheimischen Gehölzen.
  • Laubbläser und Mähroboter gehören nicht in den tierfreundlichen Garten. Sie können Kleinstlebewesen und Insekten töten und Mähroboter Jungigel verletzen.
  • Eine Zufütterung im Frühjahr und Herbst kann untergewichtigen Igeln schnell und wirksam helfen. Als Futter eignet sich zum Beispiel Trockenfutter für Katzen oder spezielles Igeltrockenfutter aus dem Fachhandel. Obst hingegen ist nicht geeignet und zum Trinken bitte nur Wasser anbieten, keinesfalls Milch.

 

Der NABU Niedernhausen ist über seine Homepage www.nabu-niedernhausen.de zu erreichen und gibt gerne weitere Tipps zum naturnahen Garten.

 

30.01.2021

 

Helfer gesucht zum Krötensammeln in Oberseelbach

 

Foto: NABU/ A.Hornig

 

Liebe NABU-Mitglieder/Naturfreunde,

 

 

die alljährliche Krötenwanderung steht wieder vor der Tür.

 

Nach zwei Jahren ohne Zaun am Oberseelbacher Kreisel haben wir uns, aufgrund der zunehmenden Zahl an Kröten, in diesem Jahr dazu entschieden, wieder einen Zaun zu stellen, damit die Tiere auf der vielbefahrenen Straße nicht totgefahren werden.

 

Sobald die Temperaturen milder werden, beginnen die Kröten zu wandern. Voraussichtlich vom 14.02.2021 bis Anfang April benötigen wir Helfer, die vor allem unter der Woche morgens die Eimer entlang der Fangzäune auf Kröten absuchen und die Tiere über die Straße bringen.

 

Wir bitten alle Helfer, uns mitzuteilen, ob er/sie helfen will und wenn ja, an welchen Tagen.

Auch beim Sammeln sind die aktuellen Corona-Regeln einzuhalten. Rückfragen dazu beantworten wir gerne unter info@nabu-niedernhausen.de.

 

Federführend ist dieses Jahr unsere Schriftführerin Alexandra Hornig. Sie ist erreichbar unter der Mailadresse info@nabu-niedernhausen.de.

 

Wer noch weitere Interessierte kennt, kann diese Mail gerne weiterleiten bzw. die Mailadresse weitergeben.

 

 

Der Vorstand der NABU-Gruppe Niedernhausen

 

03.12.2020

 

NABU wirbt für Totholz

 

Jetzt im Herbst und Winter fallen große Mengen an Holz in Form von Stämmen, Ästen und Zweigen beim Winterschnitt in den Hausgärten an. In der Regel landen diese auf dem Grünschnitt, also im Schredder für die Kompostherstellung. Zu schade für dieses Naturprodukt findet der NABU Niedernhausen, denn in und auf Stämmen und Ästen siedeln sich eine Vielzahl von Lebewesen an. Je nachdem, wie und wo das Holz gelagert wird, werden sich die unterschiedlichsten Arten einstellen. So kann das sogenannte „Totholz“ entgegen seinem Namen sehr viel Leben entwickeln und einen erheblichen Beitrag zu einem funktionierenden Naturhaushalt beitragen.

 

Der ökologische Werdegang von Totholz ist abhängig von mehreren Faktoren. Es entwickeln sich nämlich, abhängig von der Umgebung, die unterschiedlichsten Mikroklimata. So bestimmen die Sonneneinstrahlung, die Beschattung, die Luftfeuchtigkeit oder der Wassergehalt des Holzes, sogar die Höhe von aufrechtem Holz, welches Kleinklima entsteht. So werden für die unterschiedlichsten Lebewesen geeignete Biotope geschaffen.

 

In und auf dem „Totholz“ leben in erster Linie Käfer, Spinnen und Pilze, sowie Flechten und Moose. Aber auch mehrere Insektenarten, Vögel, Eidechsen, Amphibien und Säugetiere können bei bestimmten Voraussetzungen von Totholz profitieren.

 

Es gibt mehrere Möglichkeiten wie man auch in einem normalen Hausgarten kleine Naturparadiese schaffen kann, die sich allerdings nicht unbedingt auf den ersten Blick als solche erschließen. Was für manchen unordentlich aussehen mag, kann trotzdem von hohem ökologischem Wert sein.

 

Werden Bäume gefällt, sollte ein möglichst hoher Baumstumpf stehen bleiben, den man zum Beispiel mit einem schönen Rankgewächs dekorieren kann. Für den restlichen Stamm und die abgeschnittenen Äste findet sich bestimmt eine Ecke im Garten, wo sie nicht stören. Soweit dickere Stämme anfallen, sollten diese senkrecht oder waagrecht gelagert werden. Beide Methoden bieten so unterschiedlichen Käferarten Lebensraum.

 

Für anfallende Äste ist ein Reisighaufen die einfachste Lösung. Günstig ist, wenn man in der Mitte des künftigen Haufens ein Loch von etwa einem Quadratmeter mit einer Tiefe von 50 cm ausschachtet. Das Loch wird mit groben Ästen bestückt, so dass sich Hohlräume ergeben. Dann werden die Zweige darüber aufgeschichtet. Auch anderes Material wie Laub und alles was sonst normalerweise auf der Grünschnittstelle landet, kann oben aufgebracht werden, was zusätzlich zur ökologischen Aufwertung des Reisighaufens beiträgt. So entsteht nicht nur ein Tagesunterschlupf für Säugetiere, wie Igel und Wiesel, oder Vögeln, wie Zaunkönig und Rotkehlchen, sondern auch eine frostfreie Überwinterungsmöglichkeit für Ringelnattern, Eidechsen, Frösche und Lurche.

 

Auch ein Totholzzaun, zum Beispiel um den Komposthaufen herum, kann nicht nur optisch punkten, sondern wird auch von Spinnen und Wildbienen genutzt. Befindet er sich in der Sonne, werden sich auch Eidechsen, Schmetterlinge und Libellen gerne dort niederlassen, um sich aufzuwärmen. Dazu schichtet man abgeschnittene Zweige zwischen zwei Pfahlreihen und stampft die Zweige mit den Füßen fest. Die Breite und Höhe richtet sich nach den Gegebenheiten.

 

Auch aufgeschichtete Kaminhölzer bieten für einige Tiere einen Tagesunterschlupf, wenn genügend Hohlräume, besonders im unteren Bereich, vorhanden sind.

 

Sich Totholz aus dem Wald zu beschaffen ist natürlich absolut tabu.

 

13.11.2020

 

Strukturmaßnahmen des NABU zur Wiederansiedlung von Neuntötern

 

Foto: NABU/ W. Jost

Ein Neuntöter auf der Fläche "Sandkaute" in Oberjosbach

 

Der Neuntöter ist ein Charaktervogel der mit Hecken und Obstbäumen strukturierten Kulturlandschaft.  Vor etwa 15 Jahren gab es noch 3 bis 4 Brutpaare jährlich in Oberjosbach.

 

Heute gibt es noch ein Brutpaar im Bereich der Obstwiesen vom Pfingstweider Weg. In der Sandkaute sind sie in den letzten Jahren verschwunden. Vor einigen Jahren konnte der Neuntöter noch dort beobachtet werden, wie das in der Sandkaute auf einem Obstbaum aufgenommene Bild beweist.

 

Es liegt die Vermutung nahe, dass das Verschwinden im Zusammenhang mit der erheblichen Intensivierung der Landwirtschaft im Bereich Hartemußweg, Sandkaute und Schäfersberg zusammenhängt. Hecken und Bäume wurden ein Opfer der Landwirtschaft, Grünland wurde auch unter Verwendung von Glyphosat in Ackerland umgebrochen.

 

Der NABU Niedernhausen versucht seit 2018 durch geeignete Maßnahmen eine Wiederansiedlung vom Neuntöter zu erreichen. Es gilt das Brutbiotop und die Nahrungsgrundlage zu verbessern.

 

Im Bereich der Obstwiesen, welche die Gemeinde dem NABU mit Pachtvertrag zur Pflege überlassen hat, wurden mehrere Maßnahmen durchgeführt. 2018 und 2019 wurde jeweils eine Blühfläche angelegt. Zeitgleich wurden ein Insektenhotel, Totholzhaufen und ein Überwinterungsquartier für Echsen und Schlangen erstellt. Ringelnattern, Blindschleichen und Waldeidechsen konnten hier bereits nachgewiesen werden.

 

Die Wiesen werden im Wechsel gemäht, sodass immer noch Bereiche stehen bleiben, auch über den Winter, um den Nachkommen von Insekten eine Chance zu lassen. Inzwischen gibt es zahlreiche Heuhüpfer, die nicht nur dem Neuntöter, sondern auch dank der verbliebenen beweideten Grünlandflächen von dort heimischen Steinkäuzen als Nahrungsquelle dienen. Wichtig ist, dass das ganze Jahr über niedrige Vegetation vorhanden ist, damit diese Vögel auch an die Insekten und auch Echsen in den Wiesen herankommen.

 

In diesem Herbst wurden 6 Heckenrosen und 2 Weißdörner von Mitgliedern des NABU gepflanzt.

 

Diese dornigen Hecken benötigt der Neuntöter als sicheren Brutplatz, aber auch um überzählige Nahrung aufzuspießen, was dem Neuntöter seinen Namen einbrachte. Er wird aber auch als Rotrückenwürger bezeichnet. Würger, weil unverdauliche Teile der Nahrung, wie zum Beispiel Chitin ausgewürgt werden.

 

Zusätzlich wurden 2 Kornelkirschen gepflanzt, die als Frühblüher den Wildbienen im blütenarmen Frühjahr als Nektarquelle dienen. Die Früchte stehen dann im Spätsommer Vögeln und Kleinsäugern zur Verfügung.

 

Der NABU Niedernhausen hofft, dass mit diesen Biotopverbesserungsmaßnahmen der Neuntöter in sein ehemaliges Brutgebiet zurückfindet.

10.11.2020

 

Gehölzpflanzung auf der Fläche "Sandkaute"

Auf der vom NABU gepflegten Fläche "Sandkaute" in Oberjosbach wurden insgesamt 10 Gehölze gepflanzt, mit Hasendraht gesichert und mit guten Wünschen angegossen.

Es handelt sich dabei um sechs Heckenrosen, zwei Weißdörner und zwei Kornelkirschen. Die Dornbüsche optimieren das Neuntöterbiotop. Bei den Kornelkirschen handelt es sich um Frühblüher. Sie helfen in Verbindung mit den beiden in der Nähe stehenden Blühwiesen den Wildbienen das ganze Jahr Nahrung anzubieten.

Fotos: NABU/ W. Jost

31. Oktober 2020

 

Die NABU-Gruppe Niedernhausen pflanzt den Baum des Jahres

 

Foto: NABU/A. Hornig

Kennen Sie den Baum des Jahres 2020? Es ist die Robinie, die auch unter dem Namen „Falsche Akazie“ bekannt ist und ab dem 6. Jahr duftende große weiße wunderschöne hängende Schmetterlingsblütentrauben hervorbringt. Der ursprünglich aus Nordamerika stammende stachelige Baum, ist inzwischen auch in Europa und Asien in vielen Parks anzutreffen. Hinter Eukalyptus und Pappeln ist die Robinie sogar der am dritthäufigsten gepflanzte Baum der Welt. Da wundert es schon, dass gerade so ein häufig vorkommender, nicht heimischer Baum die Auszeichnung „Baum des Jahres“ erhält. Die Stiftung wollte dabei auf die Ambivalenz hinweisen. Einerseits verdrängt er die heimischen Pflanzenarten und ist äußerst giftig, andererseits ist der genügsame Baum ein Hoffnungsträger gegen den Klimawandel. Die Robinie wird bis zu 30 Meter hoch und kann bis zu 150 Jahre alt werden. Sie stellt keine Ansprüche an den Standort, da sogenannte Knöllchen-Bakterien, die an deren Wurzeln leben, den Stickstoff aus der Luft fixieren und damit den Boden anreichern.

 

 

Dieser Ausflug in die Baumkunde ist notwendig, um zu wissen, was mal in einigen Jahren für ein markanter Baum im Autal – in der Nähe des Parkplatzes – stehen wird. Diesen hat die NABU-Gruppe Niedernhausen letzten Samstag, bei schönstem Oktoberwetter gepflanzt und mit Stützpfählen gegen Wind und Wetter gesichert. Das Pflanzen des Baumes des Jahres ist für die Naturbegeisterten bereits zu einer kleinen Tradition geworden. Auch die vorherigen Titelträger Ess-Kastanie (2018) und Flatterulme (2019) sind im Autal zu bewundern.

 

 

Da die Arbeit in der freien Natur bei bestem Wetter für Jung und Alt so viel Spaß bereitete, wurden außerdem auf freiwilliger Basis auf einer Streuobstwiese in Oberseelbach tote Jungbäume durch vier Apfelbäume ersetzt. Die anwesenden Kinder erfreuten sich besonders über die vielen Regenwürmer, die sie im gesunden Boden „retten“ durften. Das Grundstück wird von der NABU-Gruppe im Auftrag der Gemeinde betreut. Ein besonderer Dank gilt der Gemeinde, die die Bäume besorgt und finanziert hat.

 

Fotos: NABU/J. Spatz

10. Oktober 2020

 

Arbeitseinsatz: Vorbereitung für Gehölzpflanzungen auf der Fläche "Sandkaute"

 

Foto: NABU

Ein Teil der Fläche "Sandkaute" in Oberjosbach soll mit Gehölzen aufgewertet werden. Bereits am Vortag wurde mit einem Forstmulcher der Gemeinde an den geplanten Stellen die Brombeerhecken entfernt, um Platz für die neuen Gehölzer zu schaffen. So mussten beim heutigen Arbeitseinsatz nur noch 9 Pflanzlöcher ausgehoben werden.

 

Die Gehölzpflanzung findet am Samstag, den 31. Oktober statt. Fleißige Helfer sind immer willkommen. Nähere Angaben werden rechtzeitig auf der Homepage und per E-Mail bekannt gegeben.

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